E-Drums – eine Alternative?

E-Drums – eine Alternative?

In diesem Beitrag möchte ich vor allem Einsteigern oder Eltern einen kleinen Einblick in die Welt der E-Drums geben. Er ersetzt nicht den Besuch bei deinem Musikhändler. 

A oder E-Drum?

Ein akustisches Drumset ist zwar immer die erste Wahl, darin sind sich sicher alle ernsthaften und professionellen Schlagzeuglehrer einig, dennoch gibt es Situationen oder Gegebenheiten in denen ist es unseren Schülern einfach nicht möglich auf einem  akustischen Drum-Set zu spielen/üben…

Stadtwohnung, direkt angrenzende Nachbarn oder Übezeiten, z.B. spät Abends, sind Gegebenheiten, die Alternativen zum akustischen Schlagzeug notwendig machen.

Akustisches Drum-Set leiser machen – ja, auch das geht!

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten ein akustische Drum-Set „leiser“ zu machen. Lest hierzu meinen Beitrag.

„Schlagzeug Üben – es geht auch „leise“

Wer sich jedoch von Anfang an gegen ein akustisches Drum-Set entscheidet (oder entscheiden muss), also auch die lautstärken- reduzierenden Maßnahmen nicht in Fragen kommen,  wird an einem  E-Drumset nicht vorbei kommen.

Aber auch ein E-Drum ist nicht vollkommen „lautlos“. Die Pads, vor allem die Fußpedale (Bass-Drum/Hi-Hat) verursachen Trittschall, der sich über den Boden, Heizungsrohre etc. schlechtestenfalls auch im ganzen Haus, der Wohnung unter deiner Wohnung, oder gar darüber und daneben verbreiten kann. Diese oft dumpfen, eher tieffrequenten Geräusche könne u.U. sogar nerviger für deine Nachbarn sein, als ein cool gespielter Groove… trust me!

Bei Trittschall helfen spezielle Teppiche oder ein Trittschallpodest. Im Netz findest du auch einige Anleitungen zum Eigenbau von Trittschall-eliminierenden Podesten. Das Thema ist umfangreich und wurde schon in vielen Foren behandelt.

Preise

Während man für ein akustisches Einsteiger Drum-Set ca. 600,— bis 900,— € rechnet, muss man für ein E-Drum in guter Qualität oft das Doppelte anlegen. Mit etwas Glück und bei einem guten Angebot findet sich vielleicht auch in der Preisklasse um 900,— € etwas Passendes. Du hast ein Angebot um 300,—€ gefunden das sich „Profi-Set“ nennt. Lass es…(!) diese Teile sind ok, wenn du das Trommeln „ausprobieren“ möchtest, aber nicht geeignet um das Trommeln zu einem ersthaften Hobby zu machen. 

Vor- und Nachteile

Vorteile der E-Drums

  • Es ist leiser (auch leiser als viele andere Instrumente)
    Aber Achtung: auch der sog. Trittschall kann störend für den Mieter unter dir sein. 
  • Es ist platzsparender
  • Aufnahmen („Recording“) sind schnell und einfach zu bewerkstelligen
  • Markensets der Mittel- u. Oberklasse (vor allem Roland) sind auch gebraucht noch recht gesucht und preisstabil (Einsteiger- und NoName-Sets verkaufen sich jedoch erfahrungsgemäß eher schlecht).

Nachteile der E-Drums

Ich persönlich empfinde vor allem in der E-Drum Einsteiger-Klasse die kleinen Durchmesser der Pads (also der Trommel-Schlagflächen) als einen Nachteil oder zumindest  etwas „störend“. Weiterhin sitzt man eben nicht an den Trommeln, sondern „nur“ an den (kleinen) Schlagflächen – somit ergibt sich oft ein ganz anderes „physisches Feeling“. Bei manchen E-Drummern habe ich festgestellt, dass diese oft sehr kleine Bewegungen machen und in einer leicht „zusammengekauerten“ Haltung am Set sitzen. Deshalb beim Aufbau unbedingt an einem A-Drum-Aufbau (Abstände der Trommeln und Becken…) orientieren oder einen erfahrenen Drummer hinzuziehen.

Was in diesem Zusammenhang für eine Markeninstrument wie z.B. Roland oder Yamaha spricht, ist die Ausbaufähigkeit. So kannst du dir auch nach und nach große Pads (Schlagflächen) hinzukaufen und in kleinen Schritten zu einem tollen E-Drum ausbauen.

Während man als „akustischer Drummer“  an einem E-Drum die „Nachteile“ etwas kompensieren kann, ist es umgekehrt ein bisschen schwieriger. Auch sind manche Spieltechniken am E-Drum nicht 1:1 umzusetzen (z.B. klassischer Wirbel/BuzzRoll). Auch haben die E-Drums bei schnellen Figuren den sogenannten „Machine-Gun-Effekt“. Sprich: schnelle Figuren klingen oft eben nach, naja, „Machine-Gun“… was aber für einen Einsteiger zunächst vernachlässigbar ist, da hier noch nicht in schwindelerregenden Tempi gespielt wird. 

Meine Empfehlung:
1-2 x wöchentlich sollte auch der E-Drummer an einem A-Drum spielen!
(z.B. im Schlagzeugunterricht, Proberaum bei Freunden, beim Musikverein oder in der Schulband…).

Schaut gut aus… 

Es gibt inzwischen Sets, die an die Optik und Haptik, Padgröße eines akustischen Drum-Sets angelehnt sind und diese spielen sich auch angenehmer. Allerdings geht dies i.d.R. auch mit steigenden Preisen einher.

Pearl ePro-Live
Von Optik und Haptik ist das Pearl epro-Live fast unerreicht und ist für einen Einsteiger eben aufgrund dieser optischen und haptischen „Nähe“ zu einem akustischen Set sicher gut geeignet. Leider ist das Sound-Modul (R.E.D Box)  in meinen Augen recht schwach und der Preis für das gesamte Set etwas zu hoch. Ich hatte dieses Set einige Zeit selbst und habe es gerne gespielt, da man die Pads (Gummipads) etwas kräftiger spielen kann, ohne dass diese „in die Knie“ gehen und der „Tennisschläger-Effekt“ (dazu später mehr) nicht so groß ist. Es spielt sich eher wie ein komfortables Practice-Pad, was ich persönlich ganz angenehme finde. Der Nachteil bei diesem Set ist das Sound-Modul welches mich leider gar nicht zufrieden stellen konnte (muss bei einem Einsteiger jedoch nicht unbedingt der Fall sein). Das ePro-Live ist benötigt von den Ausmaßen genauso viel Platz wie ein akustisches Set. Mit etwas Glück findest du so ein Set der ersten Generation gebraucht um 1.200,– € (NP ca. 2.500,–).

Alesis-Crimson (komplett mit Mesh-Heads)
Dieses Set ist komplett mit Mesh-Heads ausgestattet (diese sind etwas leiser als Gummi-Pads, siehe unten).

Mesh-Heads und Gummi-Pads

Während man in er Einsteiger-Klasse oft nur die „Gummi-Pads“ findet, sieht man in der Mittel- und Oberklasse die sogenannten Mesh-Heads. Das sind Gewebefelle, die recht nahe am Spielfeeling einer akustischen Trommeln sind. Zwar nicht 1:1 aber immerhin… Viele Drummer bemängeln an diesen Pads den sogenannten „Tennischläger-Effekt“ – da der Rückprall/Rebound der Sticks sehr groß ist… man gewöhnt sich dran und kann eben nicht alles haben… 😉

Tipp:

Mesh-Heads bevorzugen bzw. mindestens das Snare-Pad sollte ein Mesh-Head-Pad sein.Wie z.B. bei diesem Set:

Da der E-Drum-Markt ständig in Bewegung ist möchte ich hier keine genauen E-Drum-Typen auflisten. Meine Empfehlung: 

  • Roland
  • Yamaha
  • Alesis

und (meine Meinung) genau in dieser Reihenfolge.

Yamaha Set mit speziellen Silikon-Pads
Yamaha bietet neben den Gummi-Pads auch Silikon-Pads an… sicher auch eine Alternative.

 

Alesis-Set mit Mesh-Heads

 

Roland TD50 „Flagship“ (ab 4.000,– bis 8.000,– €)

Outro

Ein E-Drum ist mit Sicherheit eine Alternative – und wenn der Wunsch da ist, Schlagzeug zu lernen, muss einem die Lautstärke des Instrumentes inzwischen keinen Strich mehr durch die Rechnung machen. Der Markt gibt einiges her, und man muss sich bei der Instrumentenwahl nicht zwangsläufig umorientieren nur weil man Zuhause keinen Schallisolierten Raum hat. Die Drummer haben somit sogar mehr Möglichkeiten „leise“ zu proben als andere Instrumentalisten (ich habe zumindest noch nicht von einer elektrischen Trompete, oder elektrischem Saxophon gehört 🙂

Meine Empfehlung:
Schaut man nun in der Klasse ab der 800/900,– € E-Drums, bekommt man i.d.R. schon ganz passable Übebegleiter. Nach oben, wie so oft, kaum Grenzen. Legt man noch „ein paar Euro“ drauf und bewegt sich in der 1.200,– bis 1.600,– € Klasse wird es richtig interessant…

In Deutschland gibt es die Fa. Drum Drum-Tec, die sich mit Ihren E-Drums bzw. E-Drum Pads und Konfigurationen sogar international einen Namen gemacht hat. Ein Besuch der Website lohnt sich.

Diese Jungs haben auf jede Fragen bezüglich E-Drums eine Antwort!

E-Drum Vergleich  auf Bonedo

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