PlamoBeat zu Gast bei pro-Drum

PlamoBeat zu Gast bei pro-Drum


PlaymoBeat aus Berlin waren zu Gast bei pro-Drum.

Aber nicht ohne meinen Paradiddle

Von Michaela Adick

Aber nicht ohne meinen Paradiddl

Die Berliner Drummer widmeten ihr Spiel der Schlagzeuglegende Gene Krupa: Playmobeat in der Ebene 3.Foto: Dennis Mugler

Heilbronn – Mit einer Explosion beginnen und sich dann ganz langsam steigern. Darunter machen es die sympathischen Berliner Schlagzeuger nicht. Die Ohren sausen, ein Himmelreich für ein Päckchen Oropax, doch das Publikum in der pickepackevollen Ebene 3 kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Was stellen die drei Jungs von Playmobeat nur an. Seit einem Jahr spielen Andi Bühler, Chris Heiny und David Pätsch, bestens verknüpft in der Berliner Rockszene, in einer jener Formationen zusammen, die man landläufig als Schlagzeugtrio definieren könnte: Nur eben eine entschiedene Nummer größer.

Als rockiges Schlagzeugtrio treten Andi, Chris und David auf, ein Trio, das alle Dimensionen sprengt. Sage und schreibe drei riesige Batterien dominieren den Klub, drei Schlagzeuge, die, zusammengebastelt zu einem beleuchteten Gesamtkunstwerk, mitten im Publikum stehen. Das geheimnisvolle schwarze Tuch wird gelüftet. Und los geht das wilde Treiben. Ein paar Grundpattern haben sich die Playmobeats, die gelegentlich auch schon mal in der Blue Man Group mitgewirkt haben, zurechtgelegt. Grundmuster, auf denen sich Soli entwickeln lassen. Mit Stimmungen arbeiten sie, mit Rock-Grooves, mit Call and Response-Geschichten, wie man sie auch aus dem Jazz kennt.

Wer wollte es ihnen verdenken, dass sie ihr Spiel Krupas Genen widmen. Welch eine köstliche Verbeugung vor Benny Goodmans Leib- und Magenschlagzeuger Gene Krupa, der als erster eigenständiger Schlagzeuger in die Jazzgeschichte eingegangen ist. Aber wie die drei Schlagzeuger mit dem Publikum plaudern, schrill mit dem Megafon nämlich, das hat eigenen Charme.

Ironischer Unterton

Eingeladen von der Bad Rappenauer Musikschule Pro Drum unter Leitung von Thomas Zimmermann, hatte man sich bereits am Nachmittag in einem kleinen Workshop beschnuppert. Doch jetzt verlassen Playmobeat die Grundübungen, in der Drummer-Szene schlicht „Rudiments“ genannt. All die Paradiddles, Flam Taps und Ratamacues sind vergessen. Sie wollen dem Publikum etwas mitgeben. Schließlich sind sie, wie sie mit einem ironischen Unterton anmerken, auch soziale Wesen.

Eine intime Fragerunde folgt. Man sollte sich unbedingt näher mit dem Paradiddle beschäftigen. Und morgen eine Band gründen.

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